Auswandern – Bist du dir sicher?

Auswandern – Bist du dir sicher?

Auswandern – Bist du dir sicher?

Warum auswandern? Jährlich wandern immer mehr Deutsche aus. Im Jahr 2019 sind laut Statistik 1.231.552 Bundesbürger aus Deutschland fortgezogen. Was treibt eigentlich so viele Menschen in die Ferne?

Es sind gleich mehrere Gründe:

Das unbeständige Wetter, der Regelungswahn mit unzähligen Einschränkungen, Steuern und Abgaben, zu hohe Preise, immer weniger Netto, die miese Stimmung, Neid, Streit, wenig Lebensfreude…
Natürlich auch etwas Neues wagen, Herausforderungen suchen, Abenteuerlust, noch einmal ganz von vorne anfangen, die Freiheit genießen, bessere Beschäftigung, ein lukratives Angebot und noch vieles mehr.

Natürlich gibt es unter den vielen Auswanderern auch immer wieder Rückkehrer, Gescheiterte, Unzufriedene und Enttäuschte. Die Zahl der Rückkehrer ist enorm hoch. Mittlerweile gibt es im Deutschen Fernsehen schon Rückkehrersendungen. Der Schritt will deshalb sehr gut überlegt sein. Jeder muss zuvor alle Vor- und Nachteile genau abwägen und seine Chancen realistisch bewerten. Träumer sind hier fehl am Platze!
Und: Auswandern ist ein teures Geschäft! Du brauchst dafür ausreichend Erspartes.

Auswandern – Bist du dir absolut sicher?

Hast du dir den Schritt auszuwandern genau überlegt? Bist du dir absolut sicher?
Manchmal neigen wir ja dazu, Wünsche und Träume schnell als machbar einzustufen. Und schauen allzu leichtsinnig über Stolpersteine hinweg. Dann trägt uns die Euphorie auf eine Welle, von der wir nur schwer wieder herunter kommen.

Denn wer glaubt, als Verkäuferin in Paraguay leicht einen Job zu bekommen, der hat sich aber tief geschnitten. Und wer meint, in dem südamerikanischen Land mit einer Pommesbude oder einem Sushiladen überleben zu können – na ja, das geht schief.
Oder wer mit einer normalen Rente in Thailand auf seine alten Tage noch mal aufblühen will, der wird auch dort höchstens einen halben Monat damit auskommen.

Du musst also möglichst viele Informationen über das Land deiner Träume zuvor einholen. Es gilt, die eigenen Chancen realistisch einzuschätzen. Und vor allem gehört dazu, dass Ausreisewillige sich über ihre Motive genau im Klaren sind. Ist es nur aus einer spontanen Laune heraus, weil der Sommer mal wieder verregnet war? Hat der streitsüchtige Nachbar dich gerade genervt? Deshalb platzt dir nun endgültig der Kragen und du willst etwa auswandern? Der Grund zum Auswandern muss schon tiefer sitzen, muss sich schon seit längerem verfestigt haben. Da muss einfach mehr hinter stecken als nur das Wetter oder der nervige Nachbar.

Du brauchst ein Ziel, eine Vision, einen festen Willen und Ideen. Klare Vorstellungen sind wichtig. Am besten bereitest du eine Ausreise dadurch vor, dass du mal sozusagen „auf Probe“ für vier Wochen auswanderst, das Land deiner Wahl vor Ort kennenlernst bzw. auch alle vier Jahreszeiten mal in dem jeweiligen Land mitmachst, um zu sehen, ob dir das Klima auch wirklich bekommt– gründlich, nicht aus gefärbter Urlaubersicht! Dann triffst du garantiert eine bessere Entscheidung. Und schaue dich vorher mal im Internet um. Da gibt es viele Foren, in denen sich Ausreisewillige und bereits Ausgereiste treffen und austauschen. Da kannst du vieles lernen, natürlich auch jede Menge Quatsch lesen. Das merkst du schnell. Manchmal findest du auch Blogs oder Videos von bereits Ausgereisten, die ihre Erfahrungen über einen längeren Zeitraum ins Netz stellen. Hole für dich selbst das Nützliche aus den Beiträgen der User raus. So rundest du deine eigene Entscheidung ab. Du hast somit nicht nur eine Informationsquelle, sondern zapfst gleich verschiedene Stellen an.

Forschungsreise – wozu?

Unternimm eine Forschungsreise. Ja, du hast richtig gelesen. Fahre in das Land deiner Wahl nicht in den Urlaub, sondern arbeite hart. Die meisten Menschen kommen aus einem angenehmen, entspannten Urlaub zurück und denken plötzlich ans Auswandern. Das ist aber nicht die reale Welt. Die sieht nämlich anders aus. Und genau die solltest du aber zuvor einmal erleben. Tue so, als müsstest du dort arbeiten, dich zurechtfinden, einkaufen und dich in fremder Umgebung verständigen. Sammel Daten: Prospekte, Zeitungen, Stadtpläne, Infos, Lagepläne von Schulen, Arbeitsstellen und Supermärkten. Mit den Pfunden fährst du dann wieder nach Deutschland, sichtest alles sorgfältig und überlegst…

  • Ist es das wirklich?
  • Entspricht die Gegend deinen Vorstellungen?
  • Findest du einen Job?
  • Hast du eine funktionierende Geschäftsidee als Selbstständiger?
  • Ist die Schule in der Nähe?
  • Kommst du mit der Mentalität der neuen Nachbarn klar?
  • Wie ist es mit dem Klima, dem Essen?
  • Sind vielleicht auch ein paar Deutsche in der Nähe?

So, und wenn die Fakten alle auf dem Tisch liegen, dann bist du erst einmal in der Lage, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Forschungsreise mal mit anderem Hintergrund, aber eine der wichtigsten in deinem Leben. Denn du triffst schließlich eine Lebensentscheidung. Die krempelt dich gewaltig um – vergleichbar mit Hochzeit, Auszug aus dem Elternhaus und auf eigenen Füßen stehen.

Wie du dich auf die Auswanderung optimal vorbereitest

Bevor du dich entscheidest auszuwandern, musst du dir folgende Fragen stellen:

  • Was kann ich?
  • Wer bin ich?
  • Was will ich – vor allem was will ich in Zukunft leisten? Welche Fähigkeiten habe ich?

Man nennt das auch kritische Selbstanalyse oder nüchterne Bestandsaufnahme. Du solltest ehrlich zu dir selbst sein. Es nützt nichts, wenn du bisher ein bequemer Typ warst und dir nun etwas vormachst.
Etwa so: Plötzlich entdeckst du deine handwerkliche Ader im Ausland. Du traust dir zu, ein Haus selbst zu bauen oder ein altes, heruntergekommenes Haus reparieren zu wollen. Das klappt nicht bzw. nur in den allerseltesten Fällen. Bleibe also ehrlich zu dir selbst – und immer realistisch.
Also:

  • Was hast du bisher beruflich gemacht?
  • Willst du das so weiter tun oder gar ausbauen?
  • Hast du vielleicht andere Fähigkeiten außerhalb deines Berufs, die sich im neuen Land erweitern lassen?

Wenn du dein Profil hast, gleiche es mit den Möglichkeiten im Auswanderungsland ab. So kommst du der Frage „Ist das alles realistisch?“ immer näher und findest von selbst eine Antwort. Vielleicht steht am Ende: „Nein, das ist es alles nicht!“ Nun gut, dann kannst du zwar Mut und Abenteuerlust entwickeln, aber weißt wenigstens, was auf dich zukommt.
Ganz ohne Wagnis ist Auswandern nie. Mut gehört dazu, aber keine Träumerei. Die ist hier fehl am Platz. Wer wagt, gewinnt. Und die Kraft des Wagnisses hilft manchmal, das eine oder andere Manko zu überwinden. Man wächst mit den Aufgaben, so auch beim Auswandern. Aber gleich Berge versetzen wollen? Vorsicht!

Manchmal ist es auch nicht verkehrt, sich für eine Übergangsphase ein Standbein in Deutschland zu halten. Für den Fall, dass es doch nicht klappt, stehst du dann wenigstens nicht auf der Straße. Also halte für ein Jahr die alte Wohnung oder eine kleinere mit dem Rest-Hausrat, den du nicht mitnimmst. Oder sichere dich bei Verwandten und guten Freunden ab, wo du zur Not unterkommen kannst, solltest du rückwandern müssen.

Auswandern Checkliste Download

Wo kannst du dich informieren?

Die meisten Informationen übers Auswandern bekommst du im Netz. Suche im Internet nach entsprechenden Adressen. Hast du dich für ein Land entschieden, wird es Informationen über die Stadt, den Ort, die Region geben. Manchmal musst du deine Suche etwas erweitern, wenn du nicht direkt vor Ort geeignete Stellen findest. Du findest auch aktuelle Warnhinweise, etwa ob in dem Land Krisen und Epidemien zu befürchten sind und wie du dich darauf vorbereiten kannst. Es ist schwer, hinter alle Feinheiten im Zusammenhang mit dem Auswandern zu kommen. Deshalb ist es ratsam, auch mal längere Foren und Blogs im Internet zu lesen. Hier tauschen Auswanderer ihre Erfahrungen aus, und da kannst du gute Tipps abstauben. In Foren diskutieren auch Leute, die auswandern wollen. Hier kannst du Fragen stellen. Du findest zahlreiche Antworten auf genau deine Probleme. Gib in den Suchmaschinen einfach „Auswandern nach Paraguay“ oder „Wer hilft mir beim Auswandern nach Kanada?“ ein. Oder gib einfach nur den Namen des Landes ein, in das du auswandern willst. Du wirst sehen, wie viele Seiten sich vor dir wie ein „Sesam öffne Dich“ auftun. Ebenso gibt es einige gute Bücher zu diesem Thema. Nimm dir lieber etwas mehr Zeit. Und dann suche dir die Diskussionsforen oder Web-Blogs aus. Manchmal sind dort auch Email-Adressen angegeben, die du direkt anschreiben und um Rat fragen kannst. Es gibt auch Fragen nach Treffen und Clubs, die Ausreisende in der neuen Heimat vor Ort gründen wollen. Sie treffen sich dann regelmäßig und tauschen sich persönlich aus. Im thailändischen Pattaya z.B. gibt’s einen Montags­stammtisch.

In Paraguay suchen deutsche Auswanderer in einer deutsch­sprachigen Zeitung Tierfreunde, die gemeinsam junge Hunde und Katzen aufnehmen und für sie ein Tierheim gründen wollen. In Paraguay treffen sich Deutsche und Schweizer immer an einem Donnerstagabend in einem deutschen Lokal zum Skatspielen und Gedankenaustausch. Manchmal werden solche Treffen auch über die Deutsche Botschaft oder Handelskammer angeboten.
Aber bleibe auch immer kritisch. Behalte deinen gesunden Menschenverstand und lasse dir nicht das Goldene vom Himmel vorgaukeln. Sei misstrauisch, wenn Unglaubliches versprochen wird. Vor allem, checke extreme Ansichten oder Schilderungen gegen. Frage zur Absicherung einen anderen User. Schaue auch ruhig mal in Blogs rein, in denen bereits Ausgewanderte über einen längeren Zeitraum ihre Erfahrungen berichten. Zugegeben, es ist manchmal müßig, stundenlang zu lesen. Aber um dein Vorhaben abzusichern, musst du auch viel lesen. Teile es doch einfach in der Familie auf. Jeder liest etwas und schreibt die wichtigsten Stichworte auf. Auswandern muss zu einem Gemeinschaftsprojekt werden, das ist nichts für Einzel­kämpfer.

Nützliche Adressen sind hier das Auswärtige Amt, das für jedes Land immer aktuelle Informationen bereithält. Hier erfährst du Grundsätzliches über Land und Leute, Kultur, Währung, wirtschaftliche Lage, Jobs, aber auch die aktuellen Warn-/Sicherheits- und Impfhinweise.

Die offizielle Seite des Landes selbst, in das du auswandern willst, hält hierzu ebenfalls zeitnahe Informationen bereit. Klicke einfach die jeweilige Botschaft an. Oder gehe doch mal persönlich vorbei und besuche die Sprechstunde.

Es gibt aber auch ganz spezielle Servicestellen für Auswanderer, so das Bundesverwaltungsamt in Köln mit seiner Informationsstelle für Auswanderer und Auslandstätige.

Ganz besonders hilfreich ist Auswanderern das Raphaels-Werk in Köln. Das ist auf die Beratung von Auswanderern und auch Rückkehrern oder Migranten spezialisiert.

Wenn du dich entschieden hast auszuwandern

Steht der Entschluss fest, musst du das Auswandern selbst gut vorbereiten, ja strategisch planen. Einerseits ist alles in der alten Heimat zu regeln. Zum Beispiel den Strom, Gas, Wasser abmelden, die Post nachsenden lassen, Zeitungen abbestellen, sich bei Behörden abmelden, Versicherungen kündigen und so weiter. Nicht zuletzt gilt es, allen Freunden und Bekannten Bescheid zu sagen, die alten Kontakte nicht ganz abreißen zu lassen und die neue Anschrift mitzuteilen. Die bestehenden Kontakte also in die neue Heimat hinüber retten.

Und bedenke: Deine Freunde brauchen auch ein wenig Zeit, deinen einschneidenden Schritt zu verdauen. Behalte auf jeden Fall dein Netz von Freunden und Freundschaften. Man weiß nie, wozu es einmal gut ist.
Im Informa­tionszeitalter mit besten Kommunikationsmöglichkeiten übers Internet ist das heutzutage ein Klacks. Mit Email-Adresse, Headset und Webcam ist man bestens für die weltweite Kommunikation ausgerüstet. Dazu brauchst du einen schnellen Inter­net­anschluss vor Ort und eine moderne Hardware.

Entwickle den Masterplan zum Auswandern

Dann musst du deinen Start in der neuen Heimat genauestens planen. Entwickle einen „Masterplan“, ein Drehbuch mit exakter Regieanweisung…

  • Wer über­nimmt welche Aufgaben?
  • Wie sind die Rollen verteilt?

Du glaubst gar nicht, wie wertvoll eine quasi generalstabs­mäßige Planung ist. Die erspart dir bittere Fehler und macht das Auswandern organisiert, nicht chaotisch. Ein solches Unternehmen kann nur gelingen, wenn du akribisch an die Sache rangehst. Es spart Zeit, Geld, Nerven und letztendlich ein Scheitern im Chaos. Schreibe auf, was chronologisch der Reihe nach ansteht, was parallel laufen kann und was logisch ist.

So, ich denke das reicht für den Anfang und du hast schon eine Menge an Vorbereitung zu tun.
Solltest du Fragen und Tipps zum Auswandern nach Paraguay haben, stehe ich dir selbstverständlich hilfsbereit zur Seite 😉

Hier findest du die Checkliste für Auswanderer, damit du nichts vergisst.

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