Checkliste für Auswanderer – Teil 2

Checkliste für Auswanderer – Teil 2

Checkliste für Auswanderer – Teil 2

Um dem Traum vom besseren Leben ein Stück näher zu kommen, braucht es Vorbereitung, Geduld und Geld.
Hier bekommst du zum Auswandern die Checkliste – Teil 2!

Checkliste auswandern: die neue Sprache lernen

Die Sprache im Gastland solltest du oder deine Frau zumindest in Bruchstücken beherrschen – besser auch flüssig sprechen. Sonst kannst du mit deiner neuen Umgebung kaum kommunizieren. Bereite dich in Sprachkursen gut vor. Man geht entweder zur Volkshochschule oder schaut sich in der Bücherei um. Oft helfen auch Lern-CD’s. Hier bietet das Internet ebenso viele Möglichkeiten, eine neue Sprache zu erlernen oder alte Kenntnisse wieder aufzufrischen. Ob Einkaufen, Schule, Beruf, Nachbarn oder Straßenverkehr – du brauchst Sprache vor Ort, sonst scheiterst du. Ganz abgesehen davon, dass es dich auf Dauer frustriert, wenn du nur Bruchstücke in der neuen Umgebung mitbekommst. Und du bist gezwungen, dich verständlich zu machen.

Manche Leute leiden auch darunter, dass sie teilweise kaum noch in ihrer Muttersprache reden. Dann müssen sie Wege suche, um das zu ändern, indem sie über’s Internet oder telefonisch mit der alten Heimat in Kontakt bleiben.

Checkliste auswandern: Schule oder Kindergarten

Hast du eine Schule oder Kindergarten für deine Kinder gefunden? Wenn du schulpflichtige Kinder hast, brauchst du eine Schule in der neuen Heimat. Vielleicht sind die Kinder aber noch klein, dann brauchst du einen Kindergarten. Wenn du also eine neue Wohnung oder ein neues Haus suchst, schaue gleich nach der nächsten Schule oder dem Kindergarten mit. Sprich mit dem Direktor oder der Leiterin über die Möglichkeiten der Aufnahme. Welche Voraussetzungen, Hilfen, Bücher brauchst du? Wie bereitest du deine Kinder auf die Umstellung vor, welche Zeugnisse werden anerkannt, welche Abschlüsse sind möglich? Du musst ja auch an die Zukunft deiner Kinder denken und auch daran, dass sie eventuell wieder nach Deutschland zurückkehren wollen. Dann brauchen sie einen anerkannten Abschluss. Das alles gilt es für die Zukunft mitzubedenken. Du musst also bei deinem Vorhaben Auswandern über den kurzfristigen Tellerrand hinausschauen und etwas vorausplanend denken, in weiteren Abschnitten, nicht nur für den Moment!

Checkliste auswandern: Telefon

Hast du ein Telefon in der neuen Heimat? Man weiß nie, was alles plötzlich passieren kann. Der Bruder hat einen schweren Unfall, die Oma ist gestorben, die Schwester hat ein Baby bekommen, oder deine alte Tippgemeinschaft, bei der du noch mitmachst, hat einen dicken Gewinn eingestrichen. Du solltest evtl. für viele Leute erreichbar bleiben, auch im Auswanderungsland. So viele Kontakte haben sich über die Jahre ergeben, die du nicht aufgeben willst. Schon mal gar nicht abrupt. Am besten gleich bei der Suche nach der Wohnung und der Schule das Telefon mitbestellen, auch wenn du es für ein paar Wochen oder Monate noch nicht nutzt. Du hast es aber genau dann, wenn es darauf ankommt.

Und prüfe auch, welche Mobilfunkbetreiber vor Ort sind und welchen Empfang du wo mit ihm hast. Am besten schließt du nämlich auch gleich einen solchen Vertrag ab oder kaufst dir zumindest eine Prepaid Karte. Erkundige dich, wie und wo du schnell nach der Einreise einen solchen Vertrag oder eine Prepaid Karte bekommen kannst. Auch hier ist zu bedenken, welche Hürden du unter Umständen nehmen musst. So wie in Deutschland für einen Mobilfunkvertrag der deutsche Personalausweis vorgelegt werden muss, verlangen andere Länder auch ein Dokument, das dich ausweist – in Paraguay der Reisepass oder besser noch die Cedula, der einheimische Personalausweis, den du auch als Auswanderer beantragen kannst/musst. Bedenke: Das kann manchmal Monate dauern, bis du das Dokument wirklich hast. In der Regel ist das Telefonieren im Ausland billiger. Jedenfalls ist es besser, das vorher geregelt zu haben, als erst nach der Ankunft damit anzufangen.

Checkliste auswandern: Email-Adresse

Du behälst auf jeden Fall deine Email-Adresse. Richte dir schon in Deutschland mit entsprechender Software die Möglichkeit ein, preiswert mit alten Freunden und Verwandten über’s Internet zu kommunizieren, zu telefonieren und Videos via Webcam auszutauschen. Nutze im Ausland mehr das Internet als dein künftiges Telefon. Das spart Kosten, und du kannst Videotelefonie betreiben. Manchmal ist sogar der Empfang deutlich besser.

Checkliste auswandern: Konto

Hast du schon ein Konto im Ausland? Wichtig ist, du musst ja auch in der neuen Heimat flüssig sein. Viele Geldgeschäfte werden heute nur noch über’s Konto abgewickelt. Manche Länder sind in dem Punkt schon weiter als Deutschland. Im Supermarkt mit Plastik zu bezahlen oder seine Stromrechnung am Bankautomaten zu begleichen, ist mancherorts selbstverständlich. Also kläre das gleich schon bei deinem ersten Besuch.

Erkundige dich vorher über’s Internet, welche Sparkassen oder Banken vor Ort sind und welche Bedingungen an Ausländer gestellt werden, ein Konto zu eröffnen. Auch das kann ungeahnte Hürden bedeuten. Muss nicht, aber bereite dich vor. Man kann beim Auswandern nie genug planen und bedenken. Mache dir den Übergang so leicht wie möglich. Es wird noch schwierig genug.

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Checkliste auswandern: Führerschein und Auto

Hast du einen Führerschein oder ein Auto? In manchen Ländern kauft man sich einfach bei der Behörde einen Führerschein, z.B. in Paraguay. Seit 2019 wird hier aber nun in vielen Regionen ein bestandener Fahrschultest, Seh- und Hörtest und die Vida Residencia (Meldebescheinigung – polizeilich ausgestellt im Wohnort) verlangt, um einen Führerschein zu erwerben. Anderswo ist der Internationale Führerschein nötig, um eine einheimische Lizenz zu bekommen. Manchmal muss man auch noch eine Prüfung ablegen oder eine ärztliche Untersuchung über sich ergehen lassen. Du solltest auf jeden Fall in der alten Heimat noch rechtzeitig einen internationalen Führerschein beantragen.

Stelle dir auch rechtzeitig die Frage, ob du ein Auto brauchst, wenn ja, wo du es am besten und schnellsten kaufst. Welche Bedingungen musst du als Ausländer erfüllen? Kannst du überhaupt Eigentümer werden? Auch hier hält Thailand wieder eine Besonderheit bereit. Du brauchst für den Besitztitel am Auto oder Moped einen thailändischen Partner, der 51 % am Wagen oder Motorrad halten muss. In anderen Ländern musst du für den Autokauf gar zum Notar. Du siehst, was alles zu bedenken ist.

Du kannst deinen Start in der neuen Heimat nicht gründlich genug vorbereiten. Lies deshalb viel und erkundige dich. Am besten ist es natürlich, wenn du einen guten Bekannten oder Freund in der neuen Heimat hast, der dich umfassend berät. Der ist für dich Gold wert, denn der hat das alles schon durchgemacht und kennt die Feinheiten. Von ihm kannst du profitieren.

Checkliste auswandern: Rechte und Pflichten

Welche Rechte und Pflichten hast du im Gastland? Oft wundern sich Auswanderer, wenn sie ihr erstes Knöllchen im Straßenverkehr bekommen, weil sie nämlich bei Tageslicht ihre Scheinwerfer nicht eingeschaltet haben. Und ein anderer, der erst gar keine Scheinwerfer mehr an seinem Auto hat, darf weiterfahren. Oder du lästerst in der Öffentlichkeit über den thailändischen König und wunderst dich, warum du plötzlich im „Monkey House“, dem Gefängnis mit den Gitterstäben, sitzt.

Du musst dich also genauestens über Sitten und Gewohnheiten informieren, wenn du nicht ins Fettnäpfchen treten oder gar Unannehmlichkeiten haben willst. Deshalb solltest du möglichst viele Informationen über dein neues Gastland lesen und dich optimal vorbereiten.

Ebenso wichtig ist es, als Neubürger möglichst nicht gleich unangenehm aufzufallen, etwa so:
Von den Südamerikanern weiß man ja, dass sie lebenslustig sind und gerne feiern. Rufe also nicht gleich die Polizei, wenn nach 22 Uhr noch Musik zu hören ist. Passe dich erst einmal an, ist hier die Devise. Feiere einfach mit. So integrierst du dich in die neue Umgebung und das Leben wird für alle viel angenehmer!

Checkliste auswandern: Fallstricke im Einwanderungsland

Denke auch an Fallstricke im Einwanderungsland. Vor allem musst du unbedingt darauf achten, dass im Ausland oft andere Gesetze gelten. Vermögen wird z.B. anders geschützt. In Thailand kann ein Ausländer nie vollwertiger Besitzer einer Immobilie oder von Grund und Boden werden. Du brauchst immer einen einhei­mischen Partner, dem 51 % gehören müssen. So manche Liebschaft endete dort in einem Fiasko, manchmal sogar mit Mord und Todschlag. Oder nimm folgende Besonderheit in Paraguay. Du kannst dort ein Haus erwerben, ohne das Land, auf das dein Haus steht, zu besitzen. Du musst dich also immer auch vergewissern, ob du den Titel für das Grundstück mit dazu bekommst.

Checkliste auswandern: Anmeldung

Wo musst du dich anmelden? Die meisten Länder haben ihre eigenen Meldegesetze. Es gibt nur ganz wenige noch, die keine Meldepflicht haben. Du musst zwar ständig eine gültige Aufenthaltserlaubnis nachweisen, wenn die Polizei dich danach fragen sollte. Aber es interessiert niemanden, wo du unterkommst. Die meisten Länder aber wollen wissen, wo du dich im Land aufhälst. Wo meldest du deine Familie an, welche Dokumente benötigst du? Wann musst du spätestens bei der Meldebehörde gewesen sein, wie sind die Öffnungszeiten? Es gibt natürlich für alles Agenturen, Büros, Umsiedlungshelfer – aber die kosten auch Geld.

Checkliste auswandern: Geld

Wenn du auswanderst, musst du einen Grundsatz beherzigen: Halte dein Geld zusammen. Gib es nie großzügig aus. Denn es ist schneller aufgebraucht, als du es dir tatsächlich träumen lässt. Also, wo du Geld sparen und Behördengänge selbst erledigen kannst, solltest du es auch tun. Übrigens ist es ja auch ein guter Lernprozess für dich, sich in der neuen Heimat selbst durchzubeißen.

Checkliste auswandern: Steuern

Welche Steuern musst du zahlen? Jedes Land hat sein eigenes Steuer- und Abgabensystem. Manche Länder legen nicht so viel Wert auf Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Sie überlassen vieles der Eigeninitiative ihrer Bürger. Und brauchen dann auch weniger Abgaben, erheben kaum Steuern. Andere Länder wiederum sind total durchorganisiert und regeln fast alles bis ins kleinste Detail. Die brauchen dann auch mehr Geld von ihren Bürgern und erheben Steuern und Sonderabgaben. Hier musst du dich vorher erkundigen, ob du eine Steuerkarte oder –nummer beantragen oder dich beim Finanzamt melden musst. Auch wenn du ein Geschäft oder Gewerbe betreiben willst, brauchst du eventuell eine Erlaubnis und musst Abgaben entrichten. Nützliche Informationsquellen sind die Internetseiten der deutschen Botschaft im Gastland. Sie enthalten auch Links zu Industrie- und Handelskammer sowie zu örtlichen Geschäfts­verbin­dungen, wenn du dein Geld in einem anderen Land verdienst (im Ausland).

Checkliste auswandern: Tiere

Nimmst du Tiere mit? Was ist zu beachten, welche Papiere brauchst du? Manchmal möchte man auch in der neuen Heimat nicht auf sein geliebtes Haustier, die Katze oder den Hund, verzichten. Das ist oft gar nicht so einfach. Denn du musst mitunter zuvor viele Behördengänge erledigen und Dokumente beibringen. Erkundige dich rechtzeitig, denn manchmal braucht eine solche Vorbereitung bis zu sechs Monate und länger. Hier hilft dir auch das Internet. Gib in den Suchmaschinen „mit Hund nach Paraguay“ ein, und du wirst einige Seiten mit nützlichen Tipps finden. Am besten sind die offiziellen Seiten der Länder selbst oder der deutschen Botschaft im Ausreiseland, die im Zweifel immer aktueller sind als Standardinformationen. Halte dich genau an die Anforderungen des Gastlandes und gehe Schritt für Schritt die Punkte durch.

Denke aber auch immer daran, dass das Tier eventuell wieder zurück nach Deutschland soll. Und das ist manchmal schwieriger als die Ausreise. Für die ist in der Regel die aktuelle Bestimmung des Impfschutzes gegen Tollwut am wichtigsten. Diese Blutbestimmung darf nur von ganz wenigen Universitätsinstituten durchgeführt werden. Wenn du Pech hast, dann ist bei der ersten Blutuntersuchung dieser so genannte Titer nicht ausreichend. Dann musst du deinen Hund noch einmal impfen lassen. Eine erneute Blutbestimmung darf aber erst 120 Tage nach der letzten Impfung vorgenommen werden. Und wenn du wieder zurückkommst, fordern auch die EU-Behörden eine aktuelle Bestimmung von einem anerkannten Institut im Ausland. Also, du siehst, das kann manchmal Monate dauern. Bereite das rechtzeitig vor. Ein Tipp: Lasse deinen Hund regelmäßig einmal im Jahr gegen Tollwut impfen und das im Tierpass (blauer europäischer Heimtierausweis – Pet Passport) bestätigen. Die Regelmäßigkeit akzeptieren die meisten Behörden als dauerhaften Impfschutz. Denke aber auch an mögliche Feinheiten im Auswanderungsland. Manche verlangen zusätzlich einen aktuellen Zeckenschutz, eine Chipung des Tieres oder eine Wurmkur, die kurz vor Übersiedlung von einem Tierarzt vorgenommen und beglaubigt werden müssen.

Umzug, Container, Flug

Ist der Umzug organisiert? Sind Container und Flüge bestellt?  Nun geht es zum Umzug selbst. Da gibt es eine Menge zu organisieren. Der Haushalt ist aufzulösen, die Wohnung zu kündigen, das Auto zu verkaufen. Eventuell willst du nicht alles mitnehmen, den Rest aber auch nicht einfach wegwerfen. Wo lagerst du es am günstigsten ein? Oder hast du gar Verwandte, Freunde, Bekannte, bei denen du unterstellen darfst? Der Container wird in der Regel per Schiff versandt, und das muss Wochen vorher organisiert sein, soll alles rechtzeitig in der neuen Heimat ankommen. Hier ist auch zu überlegen, ob du dir einen Container kaufst, den du eventuell später als Garage nutzt, oder einen leihst. Qualifizierte Speditionen werden dich hier entsprechend beraten. Sprich diese Fragen an. Manchmal lohnt es sich aber auch gar nicht, alte Möbel mitzunehmen, weil neue im Auswanderungsland viel günstiger als die Frachtpassage sind. Das muss man aber vorher wissen. So nimmst du nur das mit, was du unbedingt brauchst: Erinnerungsstücke, Unterlagen, Dokumente, Fotos, Kleidung, Computer und so weiter. Dann wird der Container schon viel kleiner. Und vor Ort kaufst du neue Möbel. Denn das Verschicken eines Containers kann schon ein paar tausend Euro kosten. Und wer weiß letztendlich, was du unter Umständen vor Ort noch an Zoll, Steuern oder Hafengebühren bezahlen musst. Wichtig: Erkundige dich über die Bedingungen der Einfuhr für Umsiedler. Manche Länder haben Freigrenzen für eine bestimmte Zeit nach dem Auswandern. Mache keine Fehler, sondern überlege den Schritt genau. Es kann dich bares Geld kosten.

Suche dir solche Flüge aus, die dir beim Auswandern entgegen kommen und mehr Freigepäck zulassen. Manchmal lohnt es sich auch, eine Servicecard der Fluggesellschaft für 40 Euro Jahresbeitrag zu erwerben und dafür aber pro Person 10 kg oder 20 kg Freigepäck mehr einzusacken, oder sperriges Gepäck wie Surfbrett oder Rennrad kostenlos mitnehmen zu dürfen. So wie du deinen ganzen Umzug ins Ausland strategisch planst, so bestelle auch deine Tickets, denn die kosten ja schließlich eine ganze Menge. Verhandle mit mehreren Airlines. Suche dir das günstigste Angebot aus. Du bist ja im Normalfall nicht auf ein bestimmtes Datum fixiert, sondern flexibel. Also schaue, wann der Flug für die ganze Familie günstiger ist.

Hast du alles geregelt? Vor allem musst du darauf achten, dass bei der Bank Abbuchungsaufträge, Daueraufträge und Überweisungen gestoppt werden. Strom, Gas, Wasser und Telefon, Internet und Kabelanschluss müssen gekündigt sein, sonst telefoniert jemand lustig auf deine Kosten weiter. Lies den Strom-, Gas- und Wasserzähler ab, notiere die Zwischenstände und teile das den Gesellschaften mit. Bestehe darauf, dass du eine schriftliche Abmeldebestätigung erhälst. Hast du Zeitungen abonniert, bist du Mitglied in einem Verein oder Automobilclub? Was ist mit Hausrat-, Haftpflicht-, Unfall- und Lebensversicherung? Wie sieht es mit deiner Renten- und Pflegeversicherung aus? Bist du ehrenamtlich tätig? Denke an alles und vergiss nichts. Hier musst du gut überlegen. Manchmal lohnt es sich, bestimmte Verträge wie Lebensversicherungen erst einmal nur ruhen und beitragsfrei stellen zu lassen.

Vielleicht gehst du nur auf Zeit ins Ausland, vielleicht brichst du ja auch irgendwann deine Abenteuer wieder ab. Lasse dir bei wichtigen Verträgen ein Hintertürchen offen, bevor du Verluste machst. Eine Kündigung ist endgültig und nicht wieder rückgängig zu machen.

Adresse für die Übergangszeit

Eine Adresse für die Übergangszeit ist wichtig. Denn man kann ein langfristiges Mietverhältnis mit allen Konsequenzen nicht von heute auf morgen stoppen. Suche einen guten Freund aus oder einen Verwandten, der vorübergehend noch deine restlichen Angelegenheiten abwickelt, Anlaufstelle für Post und Rechnungen ist. Lasse die Post wissen, wer sich um deine Dinge kümmert. Und gib deinen Freunden, Nachbarn und Verwandten Zeit, sich auf dein Auswandern einzustellen, von dir Abschied zu nehmen. Breche nichts übers Knie. Du weißt ja: Man verabschiedet sich anständig. Und so ein weitreichender Abschied braucht seine Zeit, auch für deine Freunde. Emotionale Bindungen sind zu kappen. Gewähre dir und deinen Freunden die Zeit.

Post

Sage der Post Bescheid. Man kann alles noch so gut vorbereiten, und doch hat man am Ende ein oder zwei Dinge vergessen. Du teilst beispielsweise allen nur erdenklichen Freunden, Verwandten und Bekannten sowie offiziellen Stellen mit, dass du auswanderst, und doch hast du einen entscheidenden Ansprechpartner vergessen. Nämlich die Rundfunkgebühren, die alle drei Monate abgebucht werden. Oder die Hundesteuer, die einmal im Jahr fällig wird. Oder die Kraftfahrzeugsteuer, die am Jahresanfang auf deinem Konto zu Buche schlägt. „Ups“ sagst du dir, wenn dir in der neuen Heimat Mahnungen hinterher flattern. „Einfach vergessen“.

Deshalb gehe vorher zur Post und regele den Fall, wenn trotz umfangreicher Information doch noch etwas an deine alte Adresse zugestellt wird. Dazu richtest du für ein halbes oder ein ganzes Jahr einen Nachsendungsauftrag ein oder gibst eine Ersatzanschrift an, damit wirklich nichts schief gehen kann. Da das mit Kosten verbunden ist, kannst du deinem Stammpostboten auch einfach deine neue Anschrift mit einem ordentlichen Trinkgeld zustecken oder die Anschrift eines Beauftragten, der die Post für dich regelt. Die Post verlangt nämlich ca. 20 Euro für einen halbjährigen ganz normalen Nachsendeantrag, Pakete kosten extra.

Finanzen

Hast du alle Finanzen geklärt? Oft werden Arbeitsverträge Monate später abgewickelt und abgerechnet, fallen später noch Bonuszahlungen oder Prämien an. Kläre auch das rechtzeitig. Denn auch ein Bankkonto will abgewickelt werden. Behalte noch für eine zeitlang das Konto und erteile einer Person deines Vertrauens Vollmacht für den Fall, dass gegen unberechtigte Abbuchungen Widerspruch eingelegt werden soll oder Überweisungen noch zu regeln sind. Hast du an deine Sparverträge oder Bausparverträge gedacht? Dabei ist auch zu beachten, wie viel Geld du problemlos mit ins Ausland nehmen darfst oder ob du Beträge anmelden musst. Bis zu 9.999 Euro darfst du bar bei der Ausreise mit dabei haben, alles darüber musst du an der Grenze anmelden. So will man Geldwäsche aus Drogengeschäften und Waffenschmuggel sowie Steuerhinterziehung verhindern.

Insbesondere an den Grenzen zu Liechtenstein, der Schweiz und nach Österreich kontrolliert der deutsche Zoll intensiv mitgeführtes Geld. Hast du mehr Bargeld mit, musst du es beim Grenzübertritt angeben. Du bist dann verpflichtet, Herkunft und Verwendung zu erklären. Sonst zahlst du 50 % Bußgeld, bei versteckten Beträgen sogar 100 %, und das Geld ist „futsch“.

seltene Gegenstände

Nimm auch solche Gegenstände mit, die du im neuen Land nur schwer bekommst. Manche Leute brauchen unbedingt eine Rheumadecke oder Latexmatratze. Andere haben es an den wenigen kalten Tagen in einer subtropischen Region gerne warm. Die sollten an einen Kaminofen aus der alten Heimat denken, den sie im Gastland nur schwer bekommen. Oder sie möchten unbedingt ein Daunenfederbett haben. Dann ab in den Container. Du merkst erst oft in der Ferne, was dir fehlt.

Ein deutscher Auswanderer z.B. vermisste in Paraguay Kohlrabi, die es dort wegen der Vegetation nicht gab. So ließ er sich entsprechenden Samen von Bekannten aus Deutschland mitbringen. Erkundige dich also auch danach, was in der neuen Heimat eventuell Mangelware ist. Vielleicht willst du nur ungern verzichten. So wirst du Stachelbeeren und Pflaumen in Südamerika weniger vorfinden, während du auf völlig neue Früchte wie Pomelo (riesige süße Pampelmusen; auch in Asien verbreitet) oder Guayaba triffst.

Informiere dich ausführlich. Der Wechsel von Europa nach Asien bedeutet auch eine Umstellung von Kartoffel auf Reis, um nur einmal die geringsten Differenzen aufzuzeigen. Aber der Geschmack ist oft der wichtigste Grund, sich in der neuen Heimat nicht wohl zu fühlen. Nicht umsonst heißt es ja auch „Liebe geht durch den Magen“. Man liebt ein Land, oder man hasst es – oft wegen der anderen, fremden Gerüche, Speisen, Gewürze oder Kräuter. Bereite dich also auch darauf vor.

Am Umzugstag selbst

Für den Umzugstag selbst gehst du auf „Nummer sicher“.  Alle Dokumente, die du zur Einreise benötigst, kommen in eine Dokumentenmappe. Flugtickets, Bargeld, Kreditkarten, Pässe müssen alles parat liegen. Überlasse nichts dem Zufall. Plane genügend Zeit ein.

Lasse dich am besten zum Flughafen fahren, eventuell bestelle dir ein ausreichend großes Taxi. Am Ankunftsort brauchst du einen Ansprechpartner, eventuell jemanden, der dich abholt. Das muss organisiert sein, und bleibe mit ihm über Handy in telefonischem Kontakt. Teile ihm eventuelle Verspätungen mit. Bei Zwischenstopps melde dich noch mal. Vergewissere dich immer wieder, auch wenn du damit jemanden nerven solltest. Das muss nämlich hundertprozentig klappen. Hast du noch keine Wohnung im neuen Land, muss ein Hotelquartier oder eine Pension gebucht sein.

Plane vorab die nächsten Schritte: zur Meldebehörde, zum neuen Arbeitgeber (lasse dir für den Start im neuen Job etwas Luft, du musst erst einmal so richtig angekommen sein!), zur Schule, zu Behörden und so weiter. Wenn du wirklich da bist und der Container vor der neuen Haustür steht, ist es auch wichtig, den Einzug organisiert durchzuführen und nicht im Chaos enden zu lassen. Auch das braucht Strategie und Regie. Plane den Einzug. Du weißt ja, wie du deinen Container gepackt hast. Also weißt du auch, welche Möbel und andere Gegenstände zuerst auszuräumen und an ihren neuen Platz zu stellen sind. Bestelle Helfer und spanne deine ganze Familie wieder in das Gemeinschaftsprojekt ein.

Hier geht’s zurück zur Checkliste für Auswanderer – Teil 1

Ich wünsche dir alles Gute in deiner neuen Heimat!

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